Die RMS sind die Richtlinien für Markierungen auf Straßen. Sie legen fest, wie Fahrbahnmarkierungen zu planen, auszuführen und zu unterhalten sind. Die RMS sind Teil des Regelwerks für den Straßenbau und gelten bundesweit. Sie richten sich an Straßenbauverwaltungen, Planungsbüros, Bauunternehmen und alle, die mit Fahrbahnmarkierungen zu tun haben.
Aufbau und Inhalt
Die RMS gliedern sich in mehrere Teile. Der erste Teil befasst sich mit den Grundsätzen und der Planung von Markierungen. Hier wird beschrieben, welche Arten von Markierungen es gibt, wo sie eingesetzt werden und wie sie gestaltet sein müssen. Auch die Farbgebung, die Breite und die Ausführung als durchgehende oder unterbrochene Linie sind geregelt.
Der zweite Teil behandelt die Materialien und deren Eigenschaften. Es werden Anforderungen an Farben, Kaltplastik, Heißplastik und andere Markierungsstoffe gestellt. Auch die Zuschlagstoffe wie Glasperlen für die Retroreflexion werden behandelt. Die RMS legen Mindestanforderungen an Haltbarkeit, Sichtbarkeit und Griffigkeit fest.
Der dritte Teil widmet sich der Ausführung und dem Auftrag. Hier finden sich Vorgaben zur Vorbereitung des Untergrunds, zur Verarbeitung der Materialien und zur Qualitätssicherung. Auch die Witterungsbedingungen, unter denen markiert werden darf, sind festgelegt.
Der vierte Teil beschäftigt sich mit der Instandhaltung und Erneuerung. Er beschreibt, wann Markierungen erneuert werden müssen, wie alte Markierungen zu entfernen sind und wie die Qualität über die Nutzungsdauer zu überwachen ist.
Arten von Markierungen
Die RMS unterscheiden verschiedene Arten von Markierungen nach Funktion und Ausführung. Längsmarkierungen trennen Fahrstreifen voneinander oder grenzen die Fahrbahn zum Seitenraum ab. Sie können durchgehend, unterbrochen oder als Warn- oder Sperrlinien ausgeführt sein.
Quermarkierungen zeigen an, wo Fahrzeuge halten müssen, etwa an Ampeln oder Stoppschildern. Auch Zebrastreifen und Fußgängerführungen gehören zu den Quermarkierungen. Sie sind meist breiter als Längsmarkierungen und haben eine besondere Bedeutung für die Verkehrsregelung.
Pfeile und Symbole geben zusätzliche Informationen. Richtungspfeile zeigen an, in welche Richtungen man von einem Fahrstreifen abbiegen darf. Symbole wie Fahrräder, Busse oder Geschwindigkeitsbegrenzungen markieren besondere Fahrstreifen oder verstärken die Wirkung von Verkehrszeichen.
Flächenmarkierungen kennzeichnen ganze Bereiche, etwa Sperrflächen, Haltverbotszonen oder Schutzstreifen. Sie bestehen aus Schraffuren oder flächiger Farbgebung und sind besonders augenfällig.
Anforderungen an Materialien
Die RMS stellen hohe Anforderungen an die verwendeten Materialien. Sie müssen dauerhaft, witterungsbeständig, abriebfest und griffig sein. Auch die Umweltverträglichkeit wird zunehmend berücksichtigt. Lösemittelarme oder lösemittelfreie Produkte werden bevorzugt.
Für die Retroreflexion sind Glasperlen unerlässlich. Die RMS legen fest, welche Perlengrößen und -qualitäten verwendet werden müssen. Auch die Menge der Perlen pro Quadratmeter ist vorgegeben. Für besondere Anforderungen, etwa bei Nässe, gibt es spezielle Perlensysteme mit erhöhter Wirkung.
Die Griffigkeit der Markierungen muss ausreichend sein, damit Fahrzeuge nicht ins Rutschen geraten. Dazu werden der Farbe oder dem Markierungsstoff raue Zuschlagstoffe beigemischt. Die RMS geben Mindestanforderungen an den Reibwert vor, der regelmäßig geprüft werden muss.
Auch die Farbechtheit ist wichtig. Markierungen dürfen nicht zu schnell verblassen, da sonst die Erkennbarkeit leidet. Die RMS schreiben Prüfungen zur Lichtbeständigkeit vor und legen Grenzwerte fest, die auch nach Jahren der Bewitterung eingehalten werden müssen.
Ausführung und Qualitätssicherung
Die Ausführung von Markierungen erfordert Sorgfalt und Fachkenntnis. Die RMS geben vor, wie die Fahrbahn vorzubereiten ist. Sie muss trocken, sauber und frei von losen Teilen sein. Feuchtigkeit, Öl oder Schmutz beeinträchtigen die Haftung und müssen entfernt werden.
Der Auftrag selbst muss gleichmäßig erfolgen. Schichtdicke, Breite und Geradlinigkeit sind zu kontrollieren. Die RMS geben Toleranzen vor, innerhalb derer die Markierung liegen muss. Abweichungen sind nur in engen Grenzen zulässig.
Nach dem Auftrag müssen die Markierungen geprüft werden. Retroreflexion, Farbwerte, Schichtdicke und Griffigkeit sind zu messen und zu dokumentieren. Nur wenn alle Anforderungen erfüllt sind, gilt die Markierung als abgenommen. Bei Mängeln muss nachgebessert oder neu markiert werden.
Auch während der Nutzung sind regelmäßige Kontrollen erforderlich. Die RMS empfehlen Prüfintervalle, die je nach Verkehrsbelastung und Beanspruchung variieren. Auf Autobahnen und Bundesstraßen sind häufigere Kontrollen nötig als auf wenig befahrenen Landstraßen.
Instandhaltung und Erneuerung
Markierungen unterliegen einem natürlichen Verschleiß. Verkehr, Witterung und Streumittel tragen die Oberfläche ab, die Farbe verblasst, und die Retroreflexion nimmt ab. Die RMS legen fest, wann eine Markierung zu erneuern ist.
Als Kriterium dient oft die Retroreflexion. Wenn sie unter einen bestimmten Wert fällt, ist die Sichtbarkeit nicht mehr ausreichend gewährleistet. Auch starke Abnutzung, Risse oder Ablösungen können eine Erneuerung erforderlich machen.
Vor der Erneuerung müssen alte Markierungen unter Umständen entfernt werden, besonders wenn sich die Verkehrsführung ändert. Die RMS beschreiben verschiedene Verfahren der Entmarkierung und geben vor, wann welches Verfahren anzuwenden ist. Ziel ist, dass keine irreführenden Reste alter Markierungen zurückbleiben.
Die Erneuerung selbst folgt den gleichen Grundsätzen wie die Erstmarkierung. Die RMS fordern, dass erneuerte Markierungen die gleiche Qualität aufweisen wie neue. Das sichert eine gleichbleibend hohe Verkehrssicherheit über die gesamte Nutzungsdauer.
Bedeutung für die Praxis
Die RMS sind mehr als ein technisches Regelwerk. Sie sind die Grundlage für eine einheitliche, hochwertige Markierung auf deutschen Straßen. Wer sich an die RMS hält, gewährleistet, dass Markierungen die geforderte Qualität haben und ihren Zweck zuverlässig erfüllen.
Für Auftraggeber bieten die RMS Sicherheit bei der Ausschreibung und Abnahme. Die Anforderungen sind klar definiert, und es gibt objektive Prüfverfahren. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit Auftragnehmern und vermeidet Streitigkeiten über Qualität und Leistung.
Für Ausführende sind die RMS eine Handlungsanleitung. Sie beschreiben, wie Markierungen fachgerecht hergestellt werden, welche Materialien zu verwenden sind und welche Prüfungen durchzuführen sind. Wer nach RMS arbeitet, erfüllt den anerkannten Stand der Technik und minimiert Haftungsrisiken.
Fazit
Die RMS sind das zentrale Regelwerk für Fahrbahnmarkierungen in Deutschland. Sie schaffen einheitliche Standards für Planung, Ausführung und Instandhaltung. Die Anforderungen an Materialien, Verarbeitung und Qualität gewährleisten, dass Markierungen ihre Funktion dauerhaft und zuverlässig erfüllen.
Wer Markierungen plant, beauftragt oder ausführt, sollte die RMS kennen und anwenden. Sie sind das Fundament für sichere, gut erkennbare und langlebige Fahrbahnmarkierungen. Die Investition in konforme Markierungen zahlt sich durch weniger Erneuerungsbedarf, weniger Unfälle und eine bessere Verkehrsführung aus.

